Dein Pool ist grün — Sand- / Glasfilter
Mit einem Sandfilter hast du die besten Voraussetzungen um grünes Wasser schnell zu bekämpfen. Aber nur wenn du die richtige Reihenfolge kennst — und den häufigsten Fehler vermeidest.
💡 Filterglas statt Sand?
Filterglas funktioniert genauso — Rückspülen erlaubt, Flockungsmittel erlaubt. Der Vorteil: feinere Filterleistung (3–5 µm statt 20–30 µm), kein Verklumpen, längere Haltbarkeit. Alle Schritte auf dieser Seite gelten 1:1 auch für Filterglas.
-
1Filter auf 24-Stunden-DauerlaufPumpe sofort auf Dauerbetrieb stellen — kein Timer, kein Sparen. Ohne laufende Filterung verpufft jede Chemie wirkungslos. Der Filter muss laufen bis das Wasser wieder klar ist.
-
2Manometer prüfen — bei Bedarf rückspülenSchau auf das Manometer. Zeigt es erhöhten Druck gegenüber dem Normalwert? Dann jetzt rückspülen — mindestens 3–5 Minuten, dann 2–3 Minuten nachspülen. Ein verschmutzter Filter pumpt den Dreck zurück in den Pool statt ihn zu entfernen.📋 Kein Manometer an deiner Anlage? Manche einfachere Modelle haben keines. Dann hilf dir mit diesem Test: Halte den Finger kurz vor eine Einlaufdüse — baut sich noch spürbarer Gegendruck auf, ist die Anlage in Ordnung. Spürst du kaum Widerstand, ist Rückspülen fällig. Ein weiteres Zeichen: Das Wasser bleibt trotz laufendem Filter trüb oder milchig.Häufigster Fehler: zu oft rückspülenRückspülen nur wenn das Manometer erhöhten Druck zeigt — nicht nach Gefühl oder festem Zeitplan. Zu häufiges Rückspülen verschwendet Wasser und Chemie ohne Nutzen. Der Indikator ist immer das Manometer.
-
3pH-Wert messen — das ist Schritt 3, nicht Schritt 1Jetzt pH messen. Der Zielbereich liegt zwischen 7,0 und 7,4. Nur in diesem Bereich wirkt Chlor wirkungsvoll. Bei pH über 7,6 verliert Chlor drastisch an Wirksamkeit — du kannst schütten was du willst, es passiert wenig. Immer erst pH einstellen, dann erst Chlor.📋 Dosierung von pH-Minus oder pH-Plus immer laut Herstellerangabe auf deiner Verpackung. Jedes Produkt hat eine andere Konzentration.
-
4Wände und Boden abbürstenAlgen an Wänden und Boden mit einer Poolbürste lösen — so kommen sie ins Wasser und können vom Filter aufgenommen werden. Dieser Schritt wird oft übersprungen, macht aber einen spürbaren Unterschied bei starkem Algenbefall.
-
5Stoßchlorung — abends durchführenJetzt den Chlorschock einsetzen — abends, nicht tagsüber. UV-Licht baut Chlor innerhalb von Stunden ab. Abends eingesetzt hat es die ganze Nacht Zeit zu wirken. Am nächsten Morgen erneut pH und Chlor messen.📋 Menge laut Herstellerangabe deines Chlorprodukts — nicht nach pauschalen Werten aus dem Internet. Chlorprodukte unterscheiden sich stark in Konzentration und Zusammensetzung.Anwendungsart unbedingt auf der Verpackung prüfenOb ein Produkt direkt ins Wasser gegeben werden darf oder vorher aufgelöst bzw. über den Skimmer dosiert werden muss, ist von Hersteller zu Hersteller und von Produkt zu Produkt unterschiedlich geregelt. Halte dich ausschließlich an die Anwendungshinweise auf deiner Verpackung — nicht an pauschale Aussagen aus dem Internet.Stabilisiertes vs. nichtstabilisiertes ChlorChlortabletten (250g Blöcke, JD 4 Actions, JD 5 Actions) enthalten Cyanursäure als Stabilisator. Das ist gut für den Schutz vor UV — aber bei zu häufigem Einsatz steigt der CYA-Wert. Für die Stoßchlorung eignet sich nichtstabilisiertes Chlor (Kalziumhypochlorit/HTH oder Natriumhypochlorit/Bleichlauge) besser, da es keinen weiteren Stabilisator einbringt.
-
6Absaugen sobald Algen auf den Boden sinkenAbgestorbene Algen sinken auf den Beckenboden. Sobald sich ein Belag bildet: absaugen. Danach Filter erneut rückspülen — sonst gibst du den Algendreck über den Filter wieder zurück.
-
7Nach 48h — Ergebnis bewertenTrübes aber nicht mehr grünes Wasser nach 48h ist ein gutes Zeichen — die Algen sind tot, der Filter arbeitet noch. Jetzt nochmals rückspülen und weiter filtern. Bleibt das Wasser grün: CYA-Wert messen — zu viel Stabilisator blockiert das Chlor, egal wie viel du zugibst.📋 Wasser grün, aber glasklar und ohne Algenflocken oder glitschige Wände? Dann steckt vermutlich kein Algenbefall dahinter, sondern Kupfer oder ein anderes Metall — zum Beispiel aus korrodierten Anlagenteilen oder Brunnenwasser. Hier hilft ein Metallbinder zusammen mit Flockung deutlich besser als weiteres Chlor.
Bei konsequenter Umsetzung aller Schritte 2–5 Tage. Das Wasser wird zuerst nicht mehr grün sondern trüb — das ist normal und ein gutes Zeichen. Die Algen sind abgestorben, der Filter filtert noch die Reste heraus. Nach weiteren 1–2 Tagen klärt sich das Wasser. Wichtig: Filter die ganze Zeit auf Dauerlauf lassen.
Als Faustregel alle 3–5 Jahre. Wichtiger als der Kalender sind die Anzeichen: Der Druck am Manometer sinkt nach dem Rückspülen nicht mehr auf den Ausgangswert. Das Wasser bleibt trüb obwohl Chemie und Filterzeiten stimmen. Du musst immer häufiger rückspülen. Oder du findest Sand bzw. Glassplitter im Pool — das deutet auf beschädigte Lateralen hin.
Filterglas hält in der Regel etwas länger als Sand — viele Hersteller geben 5–8 Jahre an. Die Anzeichen für einen fälligen Wechsel sind dieselben wie beim Sand. Vorteil von Filterglas: Es filtert feiner (bis ca. 3–5 Mikrometer statt 20–100 Mikrometer bei Sand) und muss seltener rückgespült werden.
Beim Sandfilter ja — aber erst wenn das Wasser nicht mehr grün sondern nur noch trüb ist. Flockungsmittel bindet feine Schwebstoffe zu größeren Partikeln die der Sand zurückhalten kann. Wichtig: Flockungsmittel wirkt nur bei pH 7,0–7,4 — vorher pH messen. Und es gilt ausschließlich für Sandfilter — bei Filterbällen, Kartusche oder Desjoyaux ist es verboten.
Der häufigste Grund ist ein zu hoher CYA-Wert (Cyanursäure/Stabilisator). Ab etwa 75–80 ppm beginnt CYA das Chlor zu hemmen — ab 150 ppm ist die Wirkung stark eingeschränkt, auch wenn der Messwert gut aussieht. Das Chlor ist messbar vorhanden, aber nicht mehr aktiv. Einzige Lösung: Teilwasserwechsel. Dafür muss man aber erst den CYA-Wert kennen — Teststreifen zeigen ihn kaum zuverlässig an. Ein digitales Photometer ist hier unverzichtbar.
Als Faustregel gilt: Wassertemperatur in °C geteilt durch zwei ergibt die täglichen Filterstunden. Bei 26°C also ca. 13 Stunden. Bei grünem Wasser oder nach starkem Regen: Dauerlauf bis das Wasser wieder klar ist. Tagsüber filtern ist sinnvoller als nachts — der Filter läuft dann wenn der Pool genutzt wird und UV-Strahlung vorhanden ist.